Du hast dir dieses Leben ausgesucht und vermisst trotzdem jeden Tag etwas.
Beides ist gleichzeitig wahr, und beides passt in keine Antwort auf: Und, gefällt es dir?
Leben im Ausland
Von außen läuft alles: neues Land, neuer Alltag, gute Bilder. Und du kannst niemandem sagen, dass es dir gerade nicht gut geht.
Zweites Jahr
Du hast dir dieses Leben ausgesucht und vermisst trotzdem jeden Tag etwas.
Beides ist gleichzeitig wahr, und beides passt in keine Antwort auf: Und, gefällt es dir?
Hier gehörst du noch nicht dazu. Zu Hause gehörst du schon nicht mehr ganz dazu.
Dazwischen gibt es keinen Ort, an dem du nichts erklären musst.
Wenn etwas schiefgeht, schläft gerade die Person, die du anrufen würdest.
Das alte Netz ist noch da. Es trägt nur nicht bis hierher.
In deiner Sprache warst du schlagfertig. Hier bist du langsam.
Vor dem Anruf bei der Behörde legst du dir Sätze zurecht, und in der Runde sagst du lieber nichts.
Freude und Trauer schließen sich nicht aus.
Du kannst dich für dein Leben hier entschieden haben und trotzdem trauern um das, was du dafür zurückgelassen hast. Das ist kein Widerspruch, den du auflösen musst. Es sind zwei Dinge, die nebeneinander Platz haben.
Es fühlt sich oft so an, weil beides gleichzeitig da ist: Du wolltest hierher, und du vermisst zu Hause. Daraus wird schnell die Frage, ob das Ganze ein Fehler war. Vermissen und bereuen sind aber zwei verschiedene Dinge.
Heimweh ist nichts, das erst verschwinden muss, damit es dir gut gehen darf. Es ist die normale Reaktion darauf, dass an einem anderen Ort ein Leben ohne dich weiterläuft. Im Gespräch schauen wir uns an, was dir konkret fehlt und was davon hier möglich ist.
Ich kenne das Leben zwischen zwei Welten nicht nur aus der Beratung, ich war selbst jahrelang im Ausland. Mehr über mich
Rückkehr
Wenn du zurückgehst, fängt vieles noch einmal von vorn an. Nur rechnet diesmal niemand damit.
Du landest, fährst vom Flughafen nach Hause und musst weinen, ohne dass etwas passiert wäre. Die Straßen sind dieselben, die Gespräche laufen weiter wie vorher, und du kommst nicht mehr richtig hinein.
Manche fragen kurz, wie es war, und wechseln dann das Thema. Bei anderen hast du das Gefühl, dich rechtfertigen zu müssen: dafür, dass du weg warst, oder dafür, dass du wieder da bist.
Fürs Weggehen gibt es Checklisten. Fürs Zurückkommen gibt es die Erwartung, dass jetzt alles wieder normal ist. Dabei ist es derselbe Übergang noch einmal, nur ohne die Aufregung, die ihn beim ersten Mal getragen hat.
Wenn es dir gerade schlechter geht als vorher im Ausland: Das ist kein Rückschritt. Es ist der Teil, auf den dich niemand vorbereitet hat.
Themen
Du erzählst, was gerade ist. Wir schauen gemeinsam, ob es passt. Danach entscheidest du, ohne Verpflichtung.
Kostenloses Erstgespräch anfragenEs kommt in Wellen, oft ohne Anlass. Und es lässt sich schlecht erklären, wenn man freiwillig hier ist.
Der Abschied wirkt tagelang nach, und hier weiß niemand, warum du gerade still bist.
Geburtstage per Video, schlechte Nachrichten am Telefon, und das Gefühl, bei allem Wichtigen nicht dabei zu sein.
Es braucht keine Krise, damit ein Gespräch etwas bringt. Vieles, worüber es sich zu reden lohnt, sieht von außen nach einer Kleinigkeit aus, und genau deshalb sagt man es niemandem.
Das Erstgespräch kostet nichts und verpflichtet zu nichts.
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